Historische Entwicklung Heringsdorfs

 

Orte und Landschaften, die mit einer faszinierenden und zugleich wunderschönen Natur gesegnet sind, werden gerne von führenden Persönlichkeiten auserwählt, die Ruhe und Erholung suchen. So auch das Ostseebad Heringsdorf, das im Laufe seiner Geschichte auf eine sehr illustre Gästeliste zurückblicken kann und ebenso für Gegenwart und Zukunft die Ehre besitzt, prominente Persönlichkeiten begrüßen zu dürfen.

Geschichtlich gesehen ist Heringsdorf eigentlich eine recht junge Gemeinde und ihre Historie beginnt mit dem Ende des dreißigjährigen Krieges, als das damalige Gebiet des Herzogtum Pommern unter der Fürstendynastie der Greifen im Laufe der Verhandlungen für den Westfälischen Frieden den Schweden zugeteilt wurde. Dazu gehörte auch das Rittergut Gothen, das bereits seit dem 13. Jahrhundert im Besitz der Adelsfamilie Neuenkirchen war.
Obwohl der dreißigjährige Krieg im Jahr 1646 beendet war, schwelte der große nordische Krieg zwischen Preußen und Schweden weiter und wurde erst 1720 mit dem Frieden von Stockholm beigelegt. Damit fiel die Insel Usedom und somit auch das Rittergut Gothen wieder in preußisches Hoheitsgebiet. Dies befand sich mit weiteren Ländereien im Besitz der Adelsfamilie Meyenn, wurde jedoch aus finanziellen Gründen im Jahr 1817 versteigert. Der neue Besitzer war Georg Bernhard von Bülow, der im darauf folgenden Jahr zwischen den damaligen Siedlungen Ahlbeck und Bansin ein kleines Fischerdorf inklusive einer Heringspackerei anlegen lies.
Das war der Grundstein für das heutige Ostseebad Heringsdorf, für dessen Namensgebung der Legende nach zwei Personen in Frage kommen, einmal der preußische König Friedrich Wilhelm IV, der bei einem Besuch bei von Bülow gefragt wurde, welchen Namen der Ort bekommen sollte und darauf Heringsdorf vorschlug, und zum anderen wird auch der Schriftsteller Willibald Alexis, mit bürgerlichem Namen Georg Wilhelm Heinrich Häring, genannt, der neben der Schriftstellerei unter anderem auch Häuser kaufte und verkaufte und dabei angeblich Heringsdorf, als Ableitung aus „Häring“, gründete.

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Bäderarchitektur 

Als der wirkliche Begründer kann aber ohne Zweifel Georg Bernhard von Bülow, ein Vorfahr Vico von Bülows alias Loriot, benannt werden, der nicht nur das Fischerdorf anlegte, sondern ebenso das heutige Küstengebiet Heringsdorf kultivierte und parzellierte. Schon in den 1820er Jahren begannen das preußische Bürgertum wie auch der Adel mit der Errichtung repräsentativer Villen und 1825 eröffnete von Bülow ein Logierhaus für den Badebetrieb, das heutige weiße Schloss.

In der Folge gab sich die Prominenz in Heringsdorf quasi die Klinke in die Hand und aus dem beschaulichen Örtchen wurde ein mondänes Seebad, das als Nizza des Ostens einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte. Die Gebrüder Mann, Maxim Gorki, Leo Tolstoi, Theodor Fontane, Johann Strauß und natürlich die kaiserliche Familie waren zu dieser Zeit unter anderem Stammgäste in Heringsdorf.

Die beiden Weltkriege hinterließen auch in Heringsdorf gewaltige Spuren und nach 1945 übernahm die Rote Armee die Führung in der Ortschaft. Später erfolgte die Ernennung Heringsdorfs zum Bad der Werktätigen in der damaligen DDR.

Nach der Wende im Jahr 1990, Heringsdorf gehört seitdem zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, begann die Sanierung der historischen Gebäude und schließlich schlossen sich im Jahr 2005 Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin zusammen und die Dreikaiserbäder waren gegründet.

Heute treffen Historie und Moderne auf elegante Art und Weise im Ostseebad Heringsdorf aufeinander und ergänzen sich zur Freude der Gäste und der Einwohner auf das Beste.